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Was ist Elektrizität?
Oder: Wie wissenschaftliche Artikel geschrieben sein sollten.
Die heutige wissenschaftliche Frage lautet:
Was um alles in der Welt ist Elektrizität?
Und wo geht sie hin, wenn sie den Toaster wieder verläßt?
Fangen wir mit einem kleinen Experiment an, um Ihnen ein paar wesentliche Dinge über Elektrizität beizubringen:
Schlurfen Sie an einem kalten, verdammt trockenen Tag mit Ihren Füßen über einen Teppichboden und fassen Sie
dann mit Ihrer Hand in den Mund eines Freundes und berühren Sie eine seiner Zahnfüllungen.
Haben Sie bemerkt, wie sich Ihr Freund unter Schmerzen gekrümmt und erbärmlich geschrien hat?
Hieraus lernen wir, daß Elektrizität eine gewaltige Kraft entwickeln kann, aber wir dürfen sie niemals einsetzen
um andere zu verletzen - es sei denn, wir möchten einige wesentliche Dinge über Elektrizität lernen.
Es lehrt uns auch, wie ein elektrischer Schaltkreis funktioniert. Als Sie mit ihren Füßen geschlurft sind,
haben Sie ein paar "Elektronen" aufgesammelt, das sind kleine Objekte, die die Teppichhersteller in die Teppiche
weben, damit diese den Schmutz anziehen. Die Elektronen wandern durch Ihre Blutbahn und sammeln sich in Ihrem
Finger, wo sie Funken bilden, die auf die Zahnfüllungen Ihres Freundes überspringen. Von dort aus wandern
sie runter zu seinen Füßen und dann zurück in den Teppich um den Kreis zu schließen.
Verblüffende Fakten der Elektrizität: Würden Sie lange genug herumschlurfen ohne etwas anzufassen,
dann könnten Sie so viele Elektronen aufsammeln, daß Ihr Finger explodieren würde! Aber machen Sie
sich keine Sorgen - das alles ist kein Problem, solange Sie keinen Teppich haben.
Wir modernen Menschen nehmen elektrisches Licht, Radios, Mixer usw. wie selbstverständlich an.
Vor einigen hundert Jahren kannten die Menschen dergleichen überhaupt noch nicht - zum Glück, denn
sie hätten ja nicht gewusst, wo sie das alles hätten einstöpseln sollen.
Dann kam der erste Pionier auf dem Gebiet der Elektrotechnik: Benjamin Franklin, der während eines
Gewitters einen Drachen steigen ließ und einen ernsthaften elektrischen Schlag davontrug. Damit
war bewiesen, daß Gewitter von den gleichen Kräften angetrieben werden wie Teppiche. Allerdings
wurde auch Franklins Gehirn derart geschädigt, daß er anfing nur noch in merkwürdig unverständlichen
Sprüchen wie "A penny saved is a penny earned." zu reden. Man hätte ihm wohl besser einen Job bei der
Post oder so gegeben...
Nach Franklin gab es dann jede Menge weiterer Elektrischer Pioniere, die heute Teil unserer
Elektrotechnischen Terminologie geworden sind: Myron Volt, Mary Louise Amp, James Watt, Bob Transformer, etc.
Diese Pioniere führten viele bedeutende elektrische Experimente durch. Zum Beispiel entdeckte Luigi Galvani
im Jahre 1780 (und das ist die volle Wahrheit), daß, wenn er zwei verschiedene Arten von Metall an
Froschschenkeln anbrachte, ein Strom floß und das Froschbein zuckte - obwohl es gar nicht mehr am Frosch
befestigt war, der eh tot war.
Galvanis Entdeckung führte zu wesentlichen Fortschritten im Bereich der Amphibien-Medizin.
Heutzutagen können excellente Tiermediziner einen schwerverletzten oder toten Frosch hernehmen, ihm
Metallteile in die Muskeln implantieren und dann beobachten, wie er ganz normal, wie ein
springlebendigen Frosch in den Teich zurückhüpft - mit der Ausnahme, daß er dann anschließend untergeht
wie ein Stein.
Aber der größte elektrische Pionier von allen war Thomas Edison, wirklich ein genialer Erfinder,
mal abgesehen davon, daß er ansonsten recht ungebildet war und in New Jersey lebte. Edisons erste
größere Erfindung, im Jahre 1877, war der Phonograph, der kurz darauf in tausenden amerikanischer Haushalte
zu finden war, wo er im wesentlichen bis 1923 blieb, als die Schallplatte erfunden wurde.
Aber Edisons größter Verdienst kam im Jahre 1879, als er die Elektrizitätsgesellschaften erfand.
Edisons Idee war eine brilliante Umsetzung des einfachen Prinzips des elektrischen Stromkreises:
Die Elektizitätsgesellschaft schickt Elektrizität durch ein Kabel zum Kunden, bekommt sie unmittelbar
durch ein weiteres Kabel zurück und dann (das ist das brilliante daran) schickt sie sie gleich wieder
zum Kunden zurück.
Das bedeutet, daß eine Elektrizitätsgesellschaft einem Kunden den gleichen Strom wieder und wieder, einige
tausend Male am Tag verkaufen kann, ohne dabei erwischt zu werden, denn nur sehr wenige Stromkunden nehmen
sich die Zeit ihren Strom genauer zu untersuchen. Im Vertrauen gesprochen: Das letzte Jahr in dem in Amerika
überhaupt neue Elektrizität produziert wurde, war 1937. Seitdem machen die Elektrizitätsgesellschaften nichts
weiter als diese Elektrizität fleißig immer wieder zu verkaufen. Das ist übrigens auch der Grund dafür, daß
sie soviel freie Zeit haben, um die Strompreise zu erhöhen.
Heute, dank Männern wie Edison und Franklin und Fröschen, wie dem von Galvani, profitieren wir
nahezu grenzenlos vom Segen der Elektrizität. Zum Beispiel haben während der letzten Jahrzehnte
Wissenschaftler den Laser entwickelt: Ein elektrisches Gerät, das so wirkungsvoll ist, daß es einen Bulldozer
in 500 Metern Entfernung verdampfen kann, aber trotzdem so präzise ist, daß Ärzte damit Operationen am
menschlichen Auge durchführen können - vorausgesetzt, sie vergessen nicht den Leistungsregler von
"Verdampfe Bulldozer" auf "Empfindlich" umzustellen.
-- Dave Barry, übersetzt von carsten juergen
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